Gottesdienstmodelle
ALLE ZIEHEN AN EINEM STRANG
- Eucharistiefeier mit der Feuerwehr (nach Thomas Wunram CPPS, Bad Driburg)
Die Predigt an einem Feuerwehrjubiläum (Thomas Wunram ist selbst Feuerwehrmann und Notfallseelsorger) stand unter dem für die Feuerwehr wichtigen Thema "Kameradschaft".
Als Evangelium wurde verlesen Lk 24,35-48. Vor dem Altar lagen Feuerwehrleinen für eine kleine Aktion. Der Gottesdienst ist auch geeignet für eine Feier mit Feuerwehrleuten am Tag des heiligen Florian (4. Mai).
Kyrie
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- Jesus Christus, dich hat Gott, der Vater, von den Toten auferweckt. Du rufst uns in deine Nachfolge, damit diese Welt friedlicher und menschlicher werde. Wir aber sind oft träge; wir meinen, die anderen sollten sich engagieren. Herr, erbarme dich.
- Christus, nach deiner Auferstehung bist du auf die Jünger zugegangen, du hast sie spüren lassen: Du bist bei ihnen. Wir aber denken oft, du wärest weit weg. Christus, erbarme dich.
- Herr, deinen Geist hast du uns geschenkt, den Geist, der uns aufbrechen lässt, der uns zusammenschließt und uns für einander einstehen lässt. Erfülle uns neu mit diesem Geist. - Herr, erbarme dich.
Tagesgebet
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Allmächtiger Gott, in der Freude des Osterfestes blicken wir zurück auf XX Jahre, in denen die Not anderer zahlreiche Menschen in unserem Dorf / Ort / Markt zusammenstehen ließ. Wir danken dir für unsere Gemeinschaft und für jeden glücklichen Einsatz. Lass uns jetzt in Dankbarkeit das Wort deines Sohnes hören und das Leben feiern, das du uns schenkst.
PREDIGT
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Liebe Kameradinnen und Kameraden,
ich weiß nicht, was eure Väter im Jahre XX bewogen hat, eine Feuerwehr zu gründen. Ich vermute, es war die Erfahrung, dass sie - wenn es dick kommt - zusammenstehen müssen. Einer für alle, alle für einen.
Ich weiß nicht, wie es den Kameraden bei ihren Einsätzen in diesen XX Jahren erging. Aber ich vermute, ganz oft haben sie gemerkt: "Unser Einsatz ist sinnvoll" - voller Sinn also. Sie haben erfahren: "Gemeinsam können wir Not lindern und retten, was nur zu retten ist."
Es ist ein gutes Gefühl, anderen zu helfen. Gemeinsam helfen, das macht stark, das verbindet, das nennen wir in der Feuerwehr Kameradschaft. Hinter diesem Wort steckt viel. Zum Beispiel: "Ich kann mich auf den andern verlassen. Ich kann ihm mein Leben anvertrauen." Das weiß jeder, der im Angriffstrupp (mit Pressluftatmer) in eine brennende Wohnung geht. Denn sein Leben hängt an der Achtsamkeit der Kameradinnen und Kameraden. Solche Erfahrungen stehen hinter dem Wort Kameradschaft und sie prägen euch.
Nun gibt es leider auch Einsätze, die bitter sind, auf die wir gerne verzichtet hätten. Heftige Einsätze, bei denen wir nicht mehr helfen konnten. Tod und Elend und bittere Trauer begegnen uns dann mit voller Wucht. Und auch diese Einsätze prägen uns und hinterlassen Spuren. Ich weiß, dass ihr diese Einsätze (Beispiel einfügen) zur Genüge kennt.
In solchen Situationen brennen in mir ganz heftige Fragen. "Warum, warum muss das jetzt sein, mein Gott? Bist du da, Gott, wenn ein Kind, ein Familienvater, eine junge Mutter tot aus dem Fahrzeug geschnitten werden muss?" In solchen Momenten brauche ich etwas, wo ich mich festhalten kann, wo ich selber Halt finde.
Menschen, denen es so geht, treffe ich in dem Evangelium, das wir gehört haben. Sie haben Furchtbares erlebt. Die Eindrücke vom gewaltsamen Tod ihres Freundes waren übermächtig. Trauer und Verzweiflung haben ihr Leben in farbloses Grau verwandelt.
Und in dieser Situation kommt einer und bietet ihnen an: "Fasst mich an." Und ich höre da mit: "Du kannst dich an mir festhalten! Und du darfst sicher sein, ich bin da, bin da, wo du nur noch Vernichtung und Tod siehst. Ich bin da. Und der Tod ist eben nicht das Letzte."
Halt haben in der Haltlosigkeit und einen sicheren Grund in der Bodenlosigkeit, Hoffnung in der Verzweiflung - das ist es, was er ihnen bringt. Das ist es, was ich manchmal brauche.
Auf euren Einsatzfahrzeugen habt ihr allerhand Gerät verlastet: kompliziertes und teures Gerät und auch ganz einfaches, praktisches, wie zum Beispiel die Rettungsleinen oder - rot markiert - die Fangleinen.
Euer FF-Kommandant / Amtswalter / Abschnittakommandant … (Name einfügen) hat für diesen Gottesdienst ein paar mitgebracht. (Leinen zeigen) Jeder, der bei der Feuerwehr die Grundausbildung hinter sich hat, weiß damit umzugehen. Mit solchen Leinen und den entsprechenden Knoten sichert ihr euer Gerät: den Saugkorb der A-Leitung zum Beispiel. Oder ihr zieht damit Material nach oben, ihr baut mit Steckleitern und Leinen einen Bock für die Schachtrettung. Und in Verbindung mit dem Rettungsknoten sichert ihr eure Kameraden in gefährlichen Situationen.
Es ist gut zu wissen, da ist einer, der mich sichert, der mich hält, der seine ganze Aufmerksamkeit auf mich richtet.
Und ich stelle mir vor, da ist noch ein Kamerad, einer, den du nicht auf den ersten Blick siehst. Aber er ist dabei - bei jedem Einsatz. Und der hält dich fest, wenn du den Boden unter den Füßen verlierst. Sein Name ist Jesus Christus. Ich wünsche euch diese Erfahrung von Kameradschaft.
Gabengebet
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An deinem Tisch, barmherziger Gott, versammelst du alle, die schwer tragen, versucht werden, und die, die einfach nur glücklich sind.
Wir danken dir für Brot und Wein, vor allem danken wir dir für deine Kameradschaft, für deine Liebe und Gastfreundschaft. Lass uns Kraft und Mut finden bei diesem Mahl, damit wir mit Freude deine Liebe weitergeben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Zum Vaterunser
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Liebe Kameradinnen und Kameraden, bevor wir das Vaterunser beten, nehmt bitte noch einmal Platz.
Ich habe es mir bei Feuerwehrgottesdiensten zur Gewohnheit gemacht, eine "Übungseinheit" einzubauen. Unser Thema heute sind die Feuerwehrleinen. Ich bitte euch, die Leinensäckchen durch die Reihen gehen zu lassen. Der Erste hält das Ende fest und gibt die Leine weiter, so dass jeder eine Hand an der Leine hat (Pause, bis die Leinen durchgereicht sind).
Ich könnte euch jetzt etwas über DIN 14920 erzählen. Die legt nämlich fest, dass eine Feuerwehrleine eine Reißkraft von 14 kN besitzt und aus Polyesterfasern ist. Aber das ist graue Theorie.
Wir könnten den Rettungsknoten üben. Aber dann dauert unser Gottesdienst zu lange. Ich bitte euch einfach, die Leine mit beiden Händen festzuhalten. Sie bestehen aus einzelnen dünnen Fasern. Jede für sich ist schwach und würde bei der geringsten Zugbelastung reißen. Alle zusammen aber, verwebt in diesem Seil, können über eine Tonne ziehen.
Ich meine, das ist ein gutes Bild für eure Feuerwehr. Der Einzelne ist ohnmächtig. Nur gemeinsam - fest miteinander verwoben - seid ihr stark.
Und wenn ich nun so durch die Reihen sehe, fällt mir der Satz ein: "Alle ziehen an einem Strang." Und ihr spürt: Die Leine gibt Halt. Ganz in der Mitte der Leine, unsichtbar, ist ein Strang, um den alle Fäden gewoben sind. Man nennt diesen Strang die Seele.
Ihr wisst es: Da ist einer, der uns hält, der uns Sicherheit gibt. Wir nennen ihn Gott und Vater. Und ich lade euch ein, dass wir, so miteinander verbunden, aufstehen, die Leine hochhalten und gemeinsam beten:
A: Vater unser ...
Schlussgebet
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Treuer Gott, dass wir auf unserem Weg einhalten konnten, dein Wort hörten und nun deine Verheißung mitnehmen, ist ein Geschenk.
Hilf uns, wenn wir wieder in unseren Alltag zurückkehren, einander ein guter Kamerad/eine gute Kameradin zu sein, Boten deiner Liebe und Zeugen deiner Auferstehung - dir zur Ehre und dem Nächsten zur Wehr. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Einsatz über 4 Tage
Einsatz, in schwerem Gelände
Einsatz, der körperlich fordert, bis an die Grenzen
Einsatz, der Gott sei Dank im Großen und Ganzen unfallfrei geblieben ist
-> Grund genug, heute ein Kreuz zu schlagen und Danke zu sagen
Einsatz, der über ganz besondere 4 Tage gangen ist: die Kar- und Ostertage
Einsatz, wo mancher zugunsten dieses Einsatzes mit allem zurückgesteckt hat, was ihm sonst in diesen Tagen wichtig wär
Einsatz, der es unmöglich gemacht hat, den Weg Jesu, Abendmahl. Sterben und Auferstehen Jesu in der Kirche mitzufeiern
Deshalb kommt Jesus einfach her zu euch.
Ganz schlicht
weil auch er dankbar auf uns und unser Helfen schaut; und mit uns am Weg ist
In seinem Namen beginnen wir: Im Namen des Vaters… +
Der Herr sei mit euch…
Emaus-Evangelium lesen
Möchte nur einen Satz herausgreifen:
Komm, bleibe bei uns Mann,
die Dunkelheit bricht herein.
Ein Mann, der gut tut, auch wenn man gar nicht weiß, wer der Fremde ist.
Wenn es einen Moment gegeben hat, wo du dir über einen Kameraden oder Kameradin gedacht hast:
Komm, bleib jetzt da, du tust mir gut, ist ein Stück weit Ostermontag unter uns gewesen.
Wie will man allein eine TS in dem Gelände bewegen?
Komm, bleibe bei uns Mann!
Gemeinsam geht’s! Fast Unmögliches. Gemeinsam geht’s.
Diese Ostererfahrung mit Heim nehmen, wünsch ich euch.
Vater Unser
Lamm Gottes
Kommunionempfang
Segen:
Herr, unser Gott,
du liebst alle Menschen.
Du willst nicht, dass uns Schlimmes passiert.
Sei bei allen, die in Gefahr sind,
und stärke alle, die ihnen helfen wollen.
Dazu segne uns
Der Vater +

