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Veranstaltungen und Berichte
Feuerwehrjugend und Feuerwehrseelsorge
Entsprechend ihrem Motto „DASEIN und BEGLEITEN“ widmeten die im ÖBFV-Sachgebiet 1.4 ökumenisch vernetzten Feuerwehrkuraten ihr diesjähriges Treffen den Fragen der jüngs-ten Feuerwehrmitglieder.
Sachgebietsleiter und Landesfeuerwehrkurat von Salzburg, Dr. Raimund Sagmeister, konnte dazu am 13. Jänner 2010 in der Landesfeuerwehrschule Salzburg die aus ganz Österreich, Südtirol und Bayern angereisten 63 Kuraten, davon eine Kuratin, sowie die Hauptreferentin, Univ.-Prof. MMag. Dr. Regina Polak MAS, vom Institut für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, sowie die Referenten aus dem Kreis der Feuerwehrjugend begrüßen. Im Namen von Landesbranddirektor Leo Winter hieß Ausbildungsleiter Oberbrandrat Ing. Harald Kreuzer die Teilnehmer willkommen. Den Gruß des Salzburger Erzbischofs Dr. Alois Kothgasser überbrachte Generalvikar Dr. Hansjörg Hofer, und betonte, dass der Erzbischof die pastorale Arbeit der Feuerwehr als zusätzliche ehrenamtliche Aufgabe besonderst schätzt.
Spannungsfeld Jugend
Im Frühjahr 2010 erfragten die Feuerwehrjugendbetreuer im Bezirk Wels-Land im Rahmen eines Workshops die Meinung der Mitglieder zur Jugendarbeit. Unter anderen waren auch Fragen zum Thema Kirche, Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen, hl. Florian usw. gestellt. BFKUR Dr. Johann Mittendorfer und HBI Michael Wagner präsentierten die vielfältigen und in jeder Hinsicht interessanten Aussagen der Feuerwehrjugendmitglieder. Fazit ist, dass die Jugendmitglieder bei den in der Feuerwehr üblichen kirchlichen Festen mit dabei sind, ihnen gemeinschaftliches Feiern ge-fällt, einiges allerdings auch nicht behagt. Fest verankert ist das Bild ihres Schutzpatrons St. Flori-an.
Der Jugendreferent des LFV Salzburg, HVI Manfred Eibl, gab den Kuraten umfangreiche Informa-tionen zu den im ÖBFV-Sachgebiet 5.6 definierten Zielen der Feuerwehrjugend, deren Mitglieder- und Betreuerzahlen usw. Den Verantwortlichen ist bewusst, dass die Lebensphase zwischen Kind-heit- und Erwachsenenalter ein besonders wichtiger bzw. prägender Lebensabschnitt ihrer Mitglie-der und dementsprechend groß ihre Verantwortung ist. Er analysierte das mögliche Verhalten der Jugendlichen, wahrscheinliche Einflüsse, Ausbildung und andere Gegebenheiten in der Feuerwehr und den Zeitfaktor; weiters die Situation der Betreuer, deren umfangreichen Aufgaben, Motivation im Spannungsfeld Eltern-Schule-Feuerwehr.
Chancen und Risken
Professorin MMag. Dr. Regina Polak erläutert im überaus interessanten Hauptreferat die Chancen und Risken der Lebenssituation junger Menschen in Österreich heute und untermauerte ihre Aussa-gen mit vergleichenden wissenschaftlichen Studien.
So den 1989 eingeleiteten globalen Kampf um eine neue Weltordnung, damit allgemein verbunden die Auswirkungen auf veränderte Werthaltungen (z. B. Zunahme von Sicherheitsbedürfnis und Fremdenfeindlichkeit, abstrakte Gottesgläubigkeit und Institutionenskepsis).
Die Wertentwicklung bei jungen Menschen nahm breiten Raum ein – Orientierungskrise, Sorgen (Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg, Gewalt und Kriminalität, Armut, Missachtung der Menschenrechte), die verschiedenen Reaktionsmuster, Träume nach Liebe und Glück, Suche nach weltanschaulichen und vor allem ethischen Hoffnungshorizonten, Frage nach Gerechtigkeit, Junge Menschen auf der Suche nach neuen Lebensformen.
Im „religiösen Feld“ ist festzustellen, dass die Generation der 14-24jährigen so gut wie keine Be-ziehung zur Kirche und traditionell-kirchlichen Religiosität hat, deren Ursache vielschichtig ist. Trotzdem stellt sie die Frage nach Gott.
Die Referentin stellt folgende Herausforderungen in den Raum: Gott hängt in der Luft, Intergenera-tionale Lerngemeinschaften, Kirche als Teil der Gesellschaft, Diakonale Jugendarbeit, Religiöse Bildung, Pluralität und Differenz, Liebe und Gerechtigkeit, Glauben lernen, Institutionenreform. Zum Schluss fragt sie die Kuraten: Wie können sie den neuen Herausforderungen dienen?
Impulse aus der Praxis
Intensive Diskussionsphasen und Berichte aus der Praxis bereicherten den Seminarablauf. Im Be-reich der Feuerwehrjugend gibt es viele gute Ansätze, die den pastoralen Einsatz der Feuerwehrku-raten sinnvoll erscheinen lassen. Und das trotz des bekannten Priestermangels bzw. des damit ver-bundenen Zeitproblems. Wichtig scheint die Kommunikation mit den Jugendbetreuern sowie das Miteinander ohne jede Vereinnahmung.
Engagierte Unaufdringlichkeit
Prof. Dr. Ferdinand Reisinger, LFKUR von Oberösterreich, fasst den facettenreichen und interes-santen Seminarablauf zusammen. Er bestätigt die Information durch die Jugendfunktionäre für die Kuraten als wichtig und hilfreich. Weiters stellt er fest: „Das Thema war aktuell und ist uns wichtig, aber alles andere als leicht“. Er meint dass sich die Kuraten in die geordnete Form bei der Feuer-wehrjugend einbringen bzw. dabei sein sollten, den Mitgliedern erleben lassen, dass man mit ihnen geht – Präsenz der Kuraten mit engagierte Unaufdringlichkeit. Es gibt den Bedarf, richtige Nähe und Distanz sind notwendig, die Arbeit mit der Jugend wird Freude machen.
Meditation und Reisesegen
Mit der von FKUR Diakon Johannes Schwemberger, Tirol, geleiteten Meditation „Zünde an Dein Feuer, Herr“, das gemeinsam gesungene „Florianlied“ und mit dem Reisesegen endete das alle zwei Jahre stattfindende österreichweite Kuratentreffen.
BR Adolf Schinnerl
15. Jänner 2011
Entsprechend ihrem Motto „DASEIN und BEGLEITEN“ widmeten die im ÖBFV-Sachgebiet 1.4 ökumenisch vernetzten Feuerwehrkuraten ihr diesjähriges Treffen den Fragen der jüngs-ten Feuerwehrmitglieder.
Sachgebietsleiter und Landesfeuerwehrkurat von Salzburg, Dr. Raimund Sagmeister, konnte dazu am 13. Jänner 2010 in der Landesfeuerwehrschule Salzburg die aus ganz Österreich, Südtirol und Bayern angereisten 63 Kuraten, davon eine Kuratin, sowie die Hauptreferentin, Univ.-Prof. MMag. Dr. Regina Polak MAS, vom Institut für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, sowie die Referenten aus dem Kreis der Feuerwehrjugend begrüßen. Im Namen von Landesbranddirektor Leo Winter hieß Ausbildungsleiter Oberbrandrat Ing. Harald Kreuzer die Teilnehmer willkommen. Den Gruß des Salzburger Erzbischofs Dr. Alois Kothgasser überbrachte Generalvikar Dr. Hansjörg Hofer, und betonte, dass der Erzbischof die pastorale Arbeit der Feuerwehr als zusätzliche ehrenamtliche Aufgabe besonderst schätzt.
Spannungsfeld Jugend
Im Frühjahr 2010 erfragten die Feuerwehrjugendbetreuer im Bezirk Wels-Land im Rahmen eines Workshops die Meinung der Mitglieder zur Jugendarbeit. Unter anderen waren auch Fragen zum Thema Kirche, Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen, hl. Florian usw. gestellt. BFKUR Dr. Johann Mittendorfer und HBI Michael Wagner präsentierten die vielfältigen und in jeder Hinsicht interessanten Aussagen der Feuerwehrjugendmitglieder. Fazit ist, dass die Jugendmitglieder bei den in der Feuerwehr üblichen kirchlichen Festen mit dabei sind, ihnen gemeinschaftliches Feiern ge-fällt, einiges allerdings auch nicht behagt. Fest verankert ist das Bild ihres Schutzpatrons St. Flori-an.
Der Jugendreferent des LFV Salzburg, HVI Manfred Eibl, gab den Kuraten umfangreiche Informa-tionen zu den im ÖBFV-Sachgebiet 5.6 definierten Zielen der Feuerwehrjugend, deren Mitglieder- und Betreuerzahlen usw. Den Verantwortlichen ist bewusst, dass die Lebensphase zwischen Kind-heit- und Erwachsenenalter ein besonders wichtiger bzw. prägender Lebensabschnitt ihrer Mitglie-der und dementsprechend groß ihre Verantwortung ist. Er analysierte das mögliche Verhalten der Jugendlichen, wahrscheinliche Einflüsse, Ausbildung und andere Gegebenheiten in der Feuerwehr und den Zeitfaktor; weiters die Situation der Betreuer, deren umfangreichen Aufgaben, Motivation im Spannungsfeld Eltern-Schule-Feuerwehr.
Chancen und Risken
Professorin MMag. Dr. Regina Polak erläutert im überaus interessanten Hauptreferat die Chancen und Risken der Lebenssituation junger Menschen in Österreich heute und untermauerte ihre Aussa-gen mit vergleichenden wissenschaftlichen Studien.
So den 1989 eingeleiteten globalen Kampf um eine neue Weltordnung, damit allgemein verbunden die Auswirkungen auf veränderte Werthaltungen (z. B. Zunahme von Sicherheitsbedürfnis und Fremdenfeindlichkeit, abstrakte Gottesgläubigkeit und Institutionenskepsis).
Die Wertentwicklung bei jungen Menschen nahm breiten Raum ein – Orientierungskrise, Sorgen (Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg, Gewalt und Kriminalität, Armut, Missachtung der Menschenrechte), die verschiedenen Reaktionsmuster, Träume nach Liebe und Glück, Suche nach weltanschaulichen und vor allem ethischen Hoffnungshorizonten, Frage nach Gerechtigkeit, Junge Menschen auf der Suche nach neuen Lebensformen.
Im „religiösen Feld“ ist festzustellen, dass die Generation der 14-24jährigen so gut wie keine Be-ziehung zur Kirche und traditionell-kirchlichen Religiosität hat, deren Ursache vielschichtig ist. Trotzdem stellt sie die Frage nach Gott.
Die Referentin stellt folgende Herausforderungen in den Raum: Gott hängt in der Luft, Intergenera-tionale Lerngemeinschaften, Kirche als Teil der Gesellschaft, Diakonale Jugendarbeit, Religiöse Bildung, Pluralität und Differenz, Liebe und Gerechtigkeit, Glauben lernen, Institutionenreform. Zum Schluss fragt sie die Kuraten: Wie können sie den neuen Herausforderungen dienen?
Impulse aus der Praxis
Intensive Diskussionsphasen und Berichte aus der Praxis bereicherten den Seminarablauf. Im Be-reich der Feuerwehrjugend gibt es viele gute Ansätze, die den pastoralen Einsatz der Feuerwehrku-raten sinnvoll erscheinen lassen. Und das trotz des bekannten Priestermangels bzw. des damit ver-bundenen Zeitproblems. Wichtig scheint die Kommunikation mit den Jugendbetreuern sowie das Miteinander ohne jede Vereinnahmung.
Engagierte Unaufdringlichkeit
Prof. Dr. Ferdinand Reisinger, LFKUR von Oberösterreich, fasst den facettenreichen und interes-santen Seminarablauf zusammen. Er bestätigt die Information durch die Jugendfunktionäre für die Kuraten als wichtig und hilfreich. Weiters stellt er fest: „Das Thema war aktuell und ist uns wichtig, aber alles andere als leicht“. Er meint dass sich die Kuraten in die geordnete Form bei der Feuer-wehrjugend einbringen bzw. dabei sein sollten, den Mitgliedern erleben lassen, dass man mit ihnen geht – Präsenz der Kuraten mit engagierte Unaufdringlichkeit. Es gibt den Bedarf, richtige Nähe und Distanz sind notwendig, die Arbeit mit der Jugend wird Freude machen.
Meditation und Reisesegen
Mit der von FKUR Diakon Johannes Schwemberger, Tirol, geleiteten Meditation „Zünde an Dein Feuer, Herr“, das gemeinsam gesungene „Florianlied“ und mit dem Reisesegen endete das alle zwei Jahre stattfindende österreichweite Kuratentreffen.
BR Adolf Schinnerl
15. Jänner 2011

